Teilerfolg für Uhuru Kenyatta: Die Richter des IStgH in Den Haag haben am 21.6. den Beginn seines Prozesses wegen schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vom 9. Juli auf den 12. November 2013 verschoben. Damit muss Kenias Präsident sein Land vorerst NOCH NICHT von der Anklagebank aus regieren. Die zuständige Kammer des Internationalen Strafgerichtshofes begründete die Verschiebung damit, dass die Verteidigung mehr Zeit zur Vorbereitung bekommen solle. Zudem wurden „terminliche und logistische“ Gründe für die Verschiebung genannt. (Update zum Blogbeitrag Kenia: Vorwärts? Rückwärts! vom 14. Juni 2013) Read the rest of this entry »

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51245018„Mit ihrem großen runden Kopf, den kleinen Ohren und den kurzen Beinen war sie wirklich süß. Jetzt, da ich dieses genau zehn Jahre später schreibe und neben mir auf dem Schreibtisch unser sechs Wochen altes Baby liegt und mich mit großen Augen anschaut, muß ich zugeben, daß meine Gefühle damals Anfa gegenüber nicht wesentlich anders waren als jetzt gegenüber meinem Sohn.“

(Erik Zimen, Der Wolf)

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Hope is a faithless friend of Kenyans‘. While various attempts of democratic reforms had been made in the last years, disappointment was a constant companion. After Mwai Kibaki’s victory and John Githongo’s appointment as anti-corruption czar in 2002/2003 came the Kibaki regime’s scandals and Githongo’s escape in 2005. After the shocking post-election violence in 2007/2008, it was the constitutional reform process which raised hopes for the overcoming of the old system of tribalism, corruption and ignorance of the people’s will. But the soaring dreams might shatter again. Even though most Kenyans (and observers) feel relief that this time the elections took place peacefully and the losers stayed prudent, Uhuru Kenyatta’s triumph by very narrow margin is not the sign of maturity and reconciliation as which he tries to sell it.  It is the counterstrike of the old forces which instrumentalize ethnic tensions for their power game. The political landscape of one of Africa’s high potential states stays as deeply divided as ever before.

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„Ali war Maure. Er saß mit gekreuzten Beinen auf einem Damastkissen und begutachtete den blassen, pickligen Glutaeus maximus mit der Miene eines Gourmets, der soeben eine Fliege in seiner Vichyssoise Glacée entdeckt hat. Mit sandiger Stimme befahl er: «Umdrehen!»“

(Nochmal T.C. Boyle, Wassermusik)

Schöne Sätze: Heiß!

19. Juni 2013

„Die Sonne brennt am Himmel, als wäre sie frisch erschaffen und probiere nun ihre Muskeln aus, sie hämmert das erste Glied einer Kette von Megatonnen an Nuklearenergie los, braust auf mit dem ganzen Selbstvertrauen der Jugend und der erhebenden Aussicht auf das eigene nie erlöschende Feuer. Mit anderen Worten, es ist heiß. Verflucht heiß.“

(T.C. Boyle, Wassermusik)

Die Erleichterung war groß: Anders als 2007/2008 blieb es diesmal ruhig nach Kenias Wahlen. Und das, obwohl mit Uhuru Kenyatta einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für die Gewalt vom letzten Mal nicht nur antrat, sondern auch noch denkbar knapp gewann. Der Verlierer und die Kenianer blieben besonnen, der Sieger redet von Versöhnung und Reife der Nation. Ein Fortschritt. Doch genauer betrachtet hat das alte, unheilvolle politische System des Tribalismus gesiegt, die Hoffnungen, die auf Kenias neue Verfassung gesetzt wurden, drohen zu platzen und Kenias Zukunft ist so ungewiss wie eh und je. Read the rest of this entry »

Schöne Sätze: Roth

14. Juni 2013

„Wie sich ergab, war Elwyn nicht der erste, nicht einmal der zweite, sondern der dritte Winesburger Student, der in den Jahren seit Einführung des Automobils in das Leben Amerikas nicht dazu gekommen war, seinen Abschluss zu machen, weil er bei dem Versuch, noch vor dem Nachtgüterzug die Schienen zu überqueren, den kürzeren gezogen hatte.“

(Philip Roth, Empörung)