„Ali war Maure. Er saß mit gekreuzten Beinen auf einem Damastkissen und begutachtete den blassen, pickligen Glutaeus maximus mit der Miene eines Gourmets, der soeben eine Fliege in seiner Vichyssoise Glacée entdeckt hat. Mit sandiger Stimme befahl er: «Umdrehen!»“

(Nochmal T.C. Boyle, Wassermusik)

Schöne Sätze: Heiß!

19. Juni 2013

„Die Sonne brennt am Himmel, als wäre sie frisch erschaffen und probiere nun ihre Muskeln aus, sie hämmert das erste Glied einer Kette von Megatonnen an Nuklearenergie los, braust auf mit dem ganzen Selbstvertrauen der Jugend und der erhebenden Aussicht auf das eigene nie erlöschende Feuer. Mit anderen Worten, es ist heiß. Verflucht heiß.“

(T.C. Boyle, Wassermusik)

Die Erleichterung war groß: Anders als 2007/2008 blieb es diesmal ruhig nach Kenias Wahlen. Und das, obwohl mit Uhuru Kenyatta einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für die Gewalt vom letzten Mal nicht nur antrat, sondern auch noch denkbar knapp gewann. Der Verlierer und die Kenianer blieben besonnen, der Sieger redet von Versöhnung und Reife der Nation. Ein Fortschritt. Doch genauer betrachtet hat das alte, unheilvolle politische System des Tribalismus gesiegt, die Hoffnungen, die auf Kenias neue Verfassung gesetzt wurden, drohen zu platzen und Kenias Zukunft ist so ungewiss wie eh und je. Read the rest of this entry »

Schöne Sätze: Roth

14. Juni 2013

„Wie sich ergab, war Elwyn nicht der erste, nicht einmal der zweite, sondern der dritte Winesburger Student, der in den Jahren seit Einführung des Automobils in das Leben Amerikas nicht dazu gekommen war, seinen Abschluss zu machen, weil er bei dem Versuch, noch vor dem Nachtgüterzug die Schienen zu überqueren, den kürzeren gezogen hatte.“

(Philip Roth, Empörung)

Schöne Sätze: Andric

10. Juni 2013

„Niemandes Kerze brennt bis ganz zum Morgengrauen.“

(Ivo Andric, Wesire und Konsuln)

„Am besten schmeckt die Sachertorte, wenn sie mit Schlagobers serviert wird.“

(Das „Kronen-Zeitung“-Kochbuch)

„Afrika war für mich eher der Körper als das Gesicht. Es war der Strudel der Empfindungen, das Aufbrausen der Begierden, der heftige Wechsel der Jahreszeiten.“

(J.M.G. Le Clézio, Der Afrikaner)

poornumbers … die du nicht selbst gefälscht hast. Dabei muss Fälschung noch nicht mal im Spiel sein, um die Aussagekraft so mancher als Fakten verkauften Zahlen zu begrenzen. Wie wir uns zum Beispiel von den (hohen) Wirtschaftswachstumsraten in Afrika täuschen lassen, erklärt ein gewisser Bill Gates… Read the rest of this entry »